11.12.2012

Sicherungsverwahrung in Brandenburg - Zweifel an fristgerechter Umsetzung der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes

Danny Eichelbaum: Die von Justizminister Schöneburg angekündigte Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern bei der Sicherungsverwahrung wird es nicht geben

 Sicherungsverwahrung wird für Brandenburg teurer 

Die Brandenburger rot-rote Landesregierung hat heute den Entwurf eines Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetzes beschlossen.
 
Dazu sagt der rechts­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU-Land­tags­frak­ti­on Bran­den­burg, Danny Ei­chel­baum:
 
„Die CDU-Land­tags­frak­ti­on be­grü­ßt, dass die Lan­des­re­gie­rung nun end­lich die Vor­ga­ben des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­ho­fes für Men­schen­rech­te und des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes zur Si­che­rungs­ver­wah­rung in Bran­den­burg um­set­zen möch­te. Seit zwei Jah­ren for­dert die CDU-Land­tags­frak­ti­on dies von Jus­tiz­mi­nis­ter Dr. Volk­mar Schö­ne­burg (Die Linke). Noch immer ist in Bran­den­burg der Straf­voll­zug ver­fas­sungs­wid­rig nicht von der Si­che­rungs­ver­wah­rung ge­trennt.
 
Fakt ist, die von Jus­tiz­mi­nis­ter Schö­ne­burg im Au­gust 2011 an­ge­kün­dig­te Zu­sam­men­ar­beit bei der Si­che­rungs­ver­wah­rung mit an­de­ren Bun­des­län­dern im Nord­ver­bund ist kläg­lich ge­schei­tert.
 
Die Re­form der Si­che­rungs­ver­wah­rung kommt da­durch Bran­den­burg teuer zu ste­hen. Al­lein der Bau einer neuen An­stalt für Si­che­rungs­ver­wah­rung in Bran­den­burg kos­tet dem Land Bran­den­burg neun Mil­lio­nen Euro.
 
Wir haben au­ßer­dem er­heb­li­che Zwei­fel, ob die Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes frist­ge­recht bis zum 31. Mai 2013 in Bran­den­burg um­ge­setzt wer­den kön­nen.
 
Dem Jus­tiz­mi­nis­ter fehlt das Per­so­nal, um die hohen An­sprü­che zur Be­treu­ung und Re­so­zia­li­sie­rung der Si­che­rungs­ver­wahr­ten auch zu er­fül­len. Al­lein in den nächs­ten Jah­ren streicht die Lan­des­re­gie­rung 169 Stel­len im Jus­tiz­voll­zug, dar­un­ter sind auch Stel­len für Päd­ago­gen und Psy­cho­lo­gen.
 
Das Ge­setz schei­tert be­reits, wie das ge­plan­te Straf­voll­zugs­ge­setz, schon im Ent­wurf an sei­nen ei­ge­nen An­sprü­chen.
 
Völ­lig un­ge­klärt ist, wie die rot-ro­te Lan­des­re­gie­rung die Dau­er­über­wa­chung von ent­las­se­nen, aber noch ge­fähr­li­chen Si­che­rungs­ver­wahr­ten re­geln wird. Hier hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erst in der vo­ri­gen Woche den Län­dern einen Hand­lungs­auf­trag ge­ge­ben.“
 

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