27.09.2013

Inklusion – Zwischenergebnisse

Gordon Hoffmann: Inklusion ist kein Selbstläufer

Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch präsentierte heute in Potsdam eine Untersuchung bzw. erste Zwischenergebnisse zum Pilotprojekt „Inklusive Grundschule“. Dazu sagt Gordon Hoffmann, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg: 

 „Ministerin Münch würde gut daran tun, diese Untersuchung ehrlich und ohne Scheu vor den noch offenen Fragen auszuwerten."
 
"So geht aus der Un­ter­su­chung nicht her­vor, ob sich tat­säch­lich – wie als Ziel aus­ge­ge­ben – die Si­tua­ti­on aller Schü­ler im Land ver­bes­sert. In der Un­ter­su­chung fehlt ein Ver­gleich mit Schu­len, die nicht an dem Pi­lot­pro­jekt teil­neh­men. Zudem feh­len es­sen­ti­el­le Er­geb­nis­se zur Ein­schät­zung der Leh­rer und El­tern. Bei der Leh­rer­be­fra­gung wurde auf die sich auf­drän­gen­den Fra­gen ver­zich­tet, ob sie glau­ben, dass sich die Si­tua­ti­on der Schü­ler ver­bes­sert hat oder ob die Res­sour­cen für aus­rei­chend ge­hal­ten wer­den.
 
Auch die Er­geb­nis­se der El­tern­be­fra­gung lie­gen noch nicht vor.
 
 Dar­über hin­aus be­rich­ten uns be­trof­fe­ne Lehr­kräf­te von Pi­lot-In­klu­si­ons­schu­len, wie sie auf­grund man­geln­der Aus­stat­tung und Un­ter­stüt­zung nur unter grö­ß­ter Mühe und An­stren­gung die Vor­ga­ben um­set­zen. Zumal die Lehr­kräf­te oft gleich­zei­tig noch dafür Sorge tra­gen müs­sen, den hohen Un­ter­richts­aus­fall an Bran­den­burgs Schu­len zu kom­pen­sie­ren.
 
 Die Mi­nis­te­rin darf sich jetzt nicht zu­rück­leh­nen, son­dern soll­te die Hin­wei­se aus der Op­po­si­ti­on und von den Be­trof­fe­nen ernst neh­men. In­klu­si­on ist kein Selbst­läu­fer.
 
 Der Weg zu einem in­klu­si­ven Schul­sys­tem muss be­hut­sam und mit Au­gen­maß be­schrit­ten wer­den. Die not­wen­di­gen Rah­men­be­din­gun­gen sind vor der Um­set­zung zu schaf­fen. Im In­ter­es­se aller Be­trof­fe­nen muss die Qua­li­tät wich­ti­ger als die Schnel­lig­keit der Um­set­zung sein.“
 

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