14.05.2014

Sondervotum Untersuchungsausschuss 5/1

Dierk Homeyer: Massives Fehlverhalten im Finanzministerium begünstigte Schaden für das Land durch dubiose Grundstücksverkäufe

Im Landtag Brandenburg wurde heute der Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses 5/ 1 behandelt. Die Fraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben dazu ein Sondervotum verfasst.

Der CDU-Obmann im Untersuchungsausschuss 5/1, Dierk Homeyer, sagt: „Der Untersuchungsausschuss hat aufgezeigt, dass ein Schaden für das Land Brandenburg entstanden ist.
 
In allen drei un­ter­such­ten Fäl­len – Grund­stücks­ver­käu­fe der Bran­den­bur­gi­schen Bo­den­ge­sell­schaft mbH (BBG) in Krampnitz, Bad Saa­row und am ehe­ma­li­gen Flug­ha­fen Ora­ni­en­burg – han­delt es sich um Un­ter­wert­ver­käu­fe zu Las­ten des Lan­des Bran­den­burg. An­ge­sichts der ca. 200 Grund­stücks­ver­äu­ße­run­gen der BBG ist zu be­fürch­ten, dass es sich nur um die Spit­ze des Eis­ber­ges han­delt.
 
Wir muss­ten ein mas­si­ves Fehl­ver­hal­ten und kol­lek­ti­ves Ver­sa­gen des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums fest­stel­len. Hier wurde das un­durch­sich­ti­ge Ge­schäfts­ge­ba­ren der BBG be­güns­tigt und einen Scha­den für das Land nicht ver­hin­dert. Die Kon­trol­le des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums er­scheint ab­so­lut un­zu­rei­chend. Es wäre bei­spiels­wei­se drin­gend not­wen­dig ge­we­sen, dass ein Con­trol­ler die Ver­trags­un­ter­la­gen ge­sich­tet und be­wer­tet hätte. 
 
Für die Zu­kunft ver­lan­gen wir, dass das Mi­nis­te­ri­um der Fi­nan­zen bei jeg­li­cher Ge­schäfts­be­sor­gung durch pri­va­te Drit­te, ins­be­son­de­re bei be­deu­ten­den Vor­gän­gen, kon­kret und aktiv die Ge­schäfts­be­sor­ger kon­trol­lie­ren muss, um so Scha­den vom Land Bran­den­burg ab­zu­wen­den.“
 
Zum Hin­ter­grund
 
Der Un­ter­su­chungs­aus­schuss wid­met sich seit dem Jahr 2010 der Auf­klä­rung von mög­li­chen Ver­säum­nis­sen und Feh­lern bei Ver­käu­fen lan­des­ei­ge­ner Grund­stü­cke und lan­des­ei­ge­ner Un­ter­neh­men zum Scha­den des Lan­des Bran­den­burg und der Auf­klä­rung der Ver­ant­wor­tung der Bran­den­bur­ger Lan­des­re­gie­run­gen hier­für (Un­ter­su­chungs­aus­schuss zur BBG- und Im­mo­bi­li­en­af­fä­re).
 
Ein kon­kret quan­ti­fi­zier­ba­rer Scha­den ist nur des­halb vom Un­ter­su­chungs­aus­schuss nicht fest­zu­stel­len, weil die­ser keine ei­ge­nen Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten in Auf­trag gab. Bei dem Ver­äu­ße­rungs­vor­gang Bad Saa­row Pies­kower Chaus­see ist ein kon­kret zu be­zif­fern­der Scha­den von über 200.000 Euro zu be­fürch­ten. 
 
Das Son­der­vo­tum der Frak­tio­nen von CDU und BÜND­NIS 90/DIE GRÜ­NEN be­fin­det sich im An­hang.
 
Da­tei­an­hän­ge
 

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