Foto: Andrea Damm/Pixelio
Foto: Andrea Damm/Pixelio
06.06.2016

Konsum von Crystal Meth in Brandenburg

Raik Nowka: Landesregierung lässt Betroffene allein

Seit 2010 hat sich die Zahl der bekannten Crystal Meth-Konsumenten vervierfacht, doch die Brandenburger Landesregierung sieht weiter keinen Handlungsbedarf. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Raik Nowka,  ist entsetzt über die tiefe Gleichgültigkeit, die im Gesundheitsministerium herrscht. „Die gesamte Antwort auf unsere Anfrage zeigt das Nichtinteresse an einem Problem, dass aber offensichtlich dabei ist, insbesondere unserer Jugend schwerwiegende und irreparable Schäden zuzufügen“, so Nowka. 

Im Süden Brandenburgs liegt der Beratungsbedarf von Crystal-Süchtigen in der Drogenberatung bei dem drei- bis fünffachen des Landesdurchschnitts. Eine Expertengruppe der Landessuchtberatung hat bereits eine erhebliche Ausweitung der Beratungs- und Betreuungsangebote gefordert. „Das alles wird von der Landesregierung jedoch negiert“, ist Nowka empört. Mit dem Verweis darauf, dass Alkohol und Tabak viel größere Probleme darstellten, wolle das Gesundheitsministerium die Entwicklung in Sachen Crystal ‚sorgfältig beobachten‘. „Wir konnten von der Ministerin auch keine genaue Auskunft über die Zahl stationärer Therapieplätze erfahren. Lediglich schätzen konnte Frau Golze, dass die Kapazitäten in Berlin und Brandenburg wohl ausreichen“, so Nowka. Von landesweit 528 Präventionsveranstaltungen fand im letzten Jahr aber keine einzige in Cottbus und dem Spree-Neiße-Kreis und nur acht im Landkreis Oberspreewald-Lausitz statt. 
 
„Die Landesregierung lässt die betroffenen Kreise und Kommunen, vor allem aber die Menschen, die von Crystal Meth abhängig sind, allein“, so Nowka abschließend. 
 
Anhang: Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage der CDU-Fraktion „Konsum von Crystal-Meth im Land Brandenburg“ 
 
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