08.08.2011

Ministerpräsident appelliert an jugendliches Geschichtsbewusstsein und verweigert gleichzeitig JustizüberprüfungMinisterpräsident appelliert an jugendliches Geschichtsbewusstsein und verweigert gleichzeitig Justizüberprüfung

Dieter Dombrowski: „Platzeck jongliert mit der DDR-Geschichte!“

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat junge Menschen in Brandenburg zur Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen der DDR-Geschichte aufgefordert. Gleichzeitig verweigert er sich weiterhin einer Stasi-Überprüfung der Richter im Land Brandenburg.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion, Dieter Dombrowski, kritisiert die Doppelbödigkeit dieser Argumentation:
 
„Selbstverständlich begrüßen wir die Bewusstseinsvertiefung junger Menschen sehr. Es ist wichtig, zu wissen, was eine Diktatur bis in unsere demokratische Gegenwart hinein anrichten kann. Deshalb haben wir uns dafür eingesetzt, dass in die Rahmenpläne für den Geschichtsunterricht der 7. und 8. Klasse seit dem Schuljahr 2010/2011 endlich auch die DDR-Geschichte Eingang gefunden hat. Schade, dass dies erst nach 20 Jahren Diktaturende verwirklicht ist. Nach langen Jahren hat die SPD hier eingelenkt.
 
Was aber sollen die Jugendlichen von einem Ministerpräsidenten halten, der zwar an ihr Geschichtsbewusstsein appelliert, es jedoch ablehnt, geltende Gesetze anzuwenden, um Richter auf eine eventuelle Stasi-Tätigkeit zu überprüfen? Der es ablehnt, für ihre Aufklärung zu sorgen, obwohl sehr viele Bürger dies wünschen? Da wird doch der Appell zu einer leeren Formel.“
 
Das jüngste Umfrageergebnis, wonach die Erinnerung an die innerdeutsche Geschichte den Deutschen in Ost und West weiterhin wichtig ist, freut Dombrowski: „Geschichte braucht würdiges Gedenken. Es geht bei der Aufarbeitung eben nicht um eine Entwertung ostdeutscher Biografien, sondern darum zu zeigen, welche Leistungen trotz der Diktaturbedingungen vollbracht wurden." 

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