21.07.2016

Inklusion in Brandenburg

Gordon Hoffmann: Inklusion an Schulen kann nur mit der richtigen Ausstattung gelingen

Bildungsminister Baaske hat heute sein neues Konzept zur Inklusion an Brandenburger Schulen vorgestellt. CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann befürwortete das Vorgehen des Ministers, der nun in kleineren Schritten das Thema Inklusion angehen will. „Inklusion ist unter der früheren Ministerin Münch mit der Brechstange durchgesetzt worden. Minister Baaske geht umsichtiger vor. Mit verantwortungsvoller Planung können wir es schaffen, dass alle Beteiligten – die Kommunen, die Eltern, Lehrer, Mitschüler – gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung oder Förderbedarf akzeptieren“, sagte Hoffmann. 

Für die Akzeptanz sei entscheidend, dass die Schulen die richtige Ausstattung für die anspruchsvollen Zusatzaufgaben bekommen. Das hieße vor allem: genügend und gut ausgebildete Sonderpädagogen. „Wichtig ist, dass die Sonderpädagogen tatsächlich für die individuelle Förderung im Unterricht eingesetzt werden. Bislang werden sie leider viel zu oft zur Bekämpfung von Unterrichtsausfall zweckentfremdet. Das muss aufhören“, forderte Hoffmann. 
 
Bessere Ausstattung erreiche man auch nicht dadurch, dass man einer Schule gibt, was man der anderen wegnimmt – indem zum Beispiel Sonderpädagogen von Förderschulen abgezogen und an Regelschulen geschickt werden. Hoffmann betonte: „Für uns steht fest: Die Förderschulen werden wir weiterhin brauchen.“ 
 
Schon bislang habe es in der Theorie klare Vorgaben für den gemeinsamen Unterricht gegeben: Derartige Klassen sollten höchstens vier Förderkinder haben und nicht größer als 23 Schüler sein. In der Praxis war aber jede dritte Klasse größer als dieser Richtwert. „So kann Inklusion natürlich nicht gelingen. Minister Baaskes neues Konzept wird nur dann aufgehen, wenn die Schulverwaltung es diesmal ernster nimmt mit ihren eigenen Vorgaben“, so Hoffmann.  
 

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