14.07.2020

Sommersemester 2020 wird nicht auf die individuelle Regelstudienzeit angerechnet

 Die Koalitionsfraktionen von SPD, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden das Brandenburgische Hochschulgesetz kurzfristig ändern und damit Rechtssicherheit für alle im Sommersemester 2020 immatrikulierten Studierenden schaffen. Die Studierenden sorgen sich um die Weitergewährung ihrer BAföG-Förderung, die an die Regelstudienzeit geknüpft ist. Zwar haben die Hochschulen mit großem Engagement viele Lehrangebote auf digitale Formate umgestellt, dennoch gab es coronabedingte Einschränkungen für das Sommersemester 2020, wie etwa bei Veranstaltungen mit hohen Praxisanteilen. Damit eine unverschuldete Verlängerung des Studiums keine Auswirkungen auf die Regelstudienzeit und die damit verbundenen sozialen Leistungen und weitere Unterstützungen hat, werden die Koalitionsfraktionen die individuelle Regelstudienzeit für alle Studierenden, die im Sommersemster 2020 in Brandenburg immatrikuliert waren, um ein Semester verlängern. Das parlamentarische Verfahren soll rechtzeitig vor Beginn des Wintersemesters abgeschlossen sein. 

 

Der wissenschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Prof. Dr. Schierack, erklärt hierzu:

„Das Sommersemester 2020 darf angesichts der notwendigen Corona-Maßnahmen kein Verlorenes für die Studentinnen und Studenten werden. Mit der nun geplanten Regelung im Hochschulgesetz wird für die Bezieher von BAföG und Stipendien Sicherheit über die finanziellen Leistungen geschaffen.


Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Brandenburg, Katja Poschmann, erklärt:

„Mit dieser Entscheidung erhalten Studierende die Rechtssicherheit, die sie für den weiteren Studienverlauf benötigen. Zwar sieht das BAföG eine Verlängerung der Förderungshöchstdauer „aus schwerwiegenden Gründen“ vor. Allerdings müssen diese glaubhaft gemacht werden und müssen konkret gegenüber den Ämtern für Ausbildungsföderung bei den Studentenwerden (ÄfA) dargelegt werden, die das im Einzelfall prüfen müssen. Ein pauschaler Hinweis auf die Coronapandemie würde nicht anerkannt werden. Mit der Verlängerung der Regelstudienzeit für alle Brandenburger Studierenden schaffen wir eine unbürokratische Lösung, die den Studierenden in dieser drängenden Frage mehr Sicherheit gibt.“


Die wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sahra Damus, erklärt:

„Wir wollen die Studierenden nicht im Regen stehen lassen – aus der Coronakrise dürfen keine sozialen Härten für sie entstehen. Die Situation ist für sie ohnehin schwierig genug, weil vielen der Nebenjob, mit dem sie ihren Lebensunterhalt finanzieren, weggebrochen ist. Gut, dass das BAföG nun länger gesichert ist!“

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