22.03.2013

Wolfsmanagementplan 2013-2017 für Brandenburg

Dieter Dombrowski: Zielbestand von 1.000 Wölfen ist aus der Luft gegriffen

Die brandenburgische Landesregierung geht davon aus, dass die deutsch-westpolnische Wolfspopulation mindestens 1.000 Tiere umfassen muss, da diese genetisch weitgehend isoliert sei. Wegen fehlender genetischer Analysen und dem Ergebnis wissenschaftlicher Studien aus Polen bezweifelt Dieter Dombrowski, agrar- und umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg, die Behauptung der Landesregierung.

Er sagt:
 
„Die Annahmen des brandenburgischen Umweltministeriums im Wolfsmanagementplan sind völlig aus der Luft gegriffen und entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Dies zeigt die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage, wonach bislang keine einzige Gewebe- bzw. Kotprobe in Brandenburg genetisch ausgewertet wurde. Dabei wurden seit 2006 mehr als 250 Proben im Land eingesammelt.
 
Es ist eine unbewiesene Behauptung, dass die deutsch-westpolnische Wolfspopulation isoliert ist – auf diese Annahme beruft sich aber die Umweltministerin Anita Tack. Eine aktuelle Studie polnischer Wissenschaftler belegt dagegen, dass die Wolfsvorkommen in Deutschland und im Westen Polens den westlichen Rand der großen nordosteuropäischen Wolfspopulation darstellen. Außerdem zeigen die Wissenschaftler, dass Zuwanderungen von Tieren aus Nordostpolen nach Westpolen und Deutschland kein Einzelfall, sondern häufig sind. Damit ist das Argument des brandenburgischen Umweltministeriums, die Population in Brandenburg, Sachsen und Westpolen sei isoliert, nicht länger haltbar.
 
Die Umweltministerin ist aufgefordert, den im neuen Wolfsmanagementplan verankerten Zielbestand von 1.000 erwachsenen Tieren zu revidieren. Der Wolf gehört in Brandenburg nicht zu den bedrohten Arten, denn die deutsch-westpolnischen Wolfsvorkommen sind keine eigenständige Population und genetisch nicht isoliert.  Diese Wahrheit hätte eigentlich bereits in den Beratungen mit den Verbänden und Behörden auf den Tisch gehört, die im Jahr 2012 in Vorbereitung des Wolfsmanagementplans 2013-2017 mehrmals stattfanden.
 
Umweltministerin Tack hat den Landnutzerverbänden bewusst Sand in die Augen gestreut und Unwahrheiten verbreitet, um Landwirte, Tierhalter und Jäger in die Irre zu führen. Im Ergebnis der polnischen Studie steht fest, dass bereits heute zur Verhütung ernster Schäden – insbesondere in der Vieh- und Weidewirtschaft – gegebenenfalls auch regulierend in den Wolfsbestand eingegriffen werden kann bzw. besonders auffällige Einzeltiere entnommen werden können.“
 

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