05.06.2013

Gesetzentwurf der CDU-Fraktion zu spekulativen derivativen Finanzinstrumenten im Schuldenmanagement der öffentlichen Hand

Ludwig Burkardt: Steuergelder nicht in spekulativen Finanzinstrumenten einsetzen

Die CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg fordert in einem Gesetzentwurf, den Einsatz spekulativer derivativer Finanzinstrumente im Schuldenmanagement der öffentlichen Hand zu verbieten.

Zinsderivate sind zwar zulässige Instrumente des Finanzmanagement des Staates, allerdings nur wenn sie einen ungünstigen Zins eines Staatskredits in einen günstigeren umwandeln.
 
Ohne Kre­dit darf ein sol­ches Zins­de­ri­vat nicht ab­ge­schlos­sen wer­den. Nach dem ers­ten (!) De­ri­vat­be­richt in 2013 des bran­den­bur­gi­schen Mi­nis­te­ri­ums für Fi­nan­zen hat das Land aber De­ri­vat­ge­schäf­te mit einem Vo­lu­men von 15,5 Mil­li­ar­den Euro. Davon ent­fal­len 1,1 Mil­li­ar­den Euro ver­mut­lich auf spe­ku­la­tiv ab­ge­schlos­se­ne Ge­schäf­te, da diese kei­nen Bezug zu einem Kre­dit des Lan­des auf­wei­sen. Die Ge­schäf­te be­gin­nen zum Teil erst 2017 und enden im Jahr 2033. An­de­re Ver­trä­ge fan­gen erst 2022 an und das spä­tes­te Ver­trags­en­de ist der­zeit 2041. Die pas­sen­den Kre­dit­ge­schäf­te sol­len dann ab­ge­schlos­sen wer­den, so der Be­richt des Mi­nis­ters.
 
Dazu sagt Lud­wig Bur­kardt, fi­nanz­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU-Frak­ti­on im Land­tag Bran­den­burg:
 
„Die spe­ku­la­ti­ven Ge­schäf­te, die lange Lauf­zeit und der Ab­schluss von weit in der Zu­kunft lie­gen­den Ge­schäf­ten sind haus­halts­recht­lich stark be­denk­lich und geben An­lass zur Sorge zum Um­gang mit Steu­er­gel­dern durch Fi­nanz­mi­nis­ter Mar­kov.
 
Des­halb sieht unser Ge­setz­ent­wurf vor,  dass der Ge­setz­ge­ber ein ex­pli­zi­tes Spe­ku­la­ti­ons­ver­bot beim Ab­schluss von Zins­de­ri­va­ten in die Lan­des­haus­halts­ord­nung auf­nimmt. Zudem muss eine über das Haus­halts­jahr hin­aus­rei­chen­de Rechts­grund­la­ge für den Ab­schluss sol­cher Ge­schäf­te ge­schaf­fen und Vor­aus­set­zun­gen und Kon­di­tio­nen für zu­läs­si­ge Zins­de­ri­vat­ab­schlüs­se ein­deu­tig be­nannt wer­den.
 
Dazu kommt, dass der Ge­schäfts­be­reich ‚De­ri­va­te‘ des Mi­nis­te­ri­ums der Fi­nan­zen in­trans­pa­rent bleibt. Zen­tra­le In­for­ma­tio­nen wer­den dem Haus­halts­aus­schuss des Land­tags vor­ent­hal­ten. Die In­for­ma­ti­ons­po­li­tik des Mi­nis­ters Mar­kov (Linke) ist immer noch eine ‚black box‘. Der Ge­setz­ge­ber muss deut­li­che­re Vor­ga­ben ma­chen, wie das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um an die­ser Stel­le kon­trol­liert wer­den kann. Der­zeit ist der Haus­halts­aus­schuss dar­auf an­ge­wie­sen, dem Mi­nis­ter zu glau­ben, dass keine spe­ku­la­ti­ven De­ri­vat­ge­schäf­te ab­ge­schlos­sen wer­den – kann dies aber nicht prü­fen.“
 
Der Ge­setz­ent­wurf ist hier ab­ruf­bar: http://​www.​parldok.​brandenburg.​de/​parladoku/​w5/​drs/​ab_​7300/​7329.​pdf
 

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