25.06.2014

Pflegekongress der CDU-Fraktion

Karl-Josef Laumann/ Michael Schierack/ Roswitha Schier: Pflegeschlüssel in Brandenburg an ostdeutschen Durchschnitt anpassen

Die CDU-Landtagsfraktion hat mit Pflegern, zu Pflegenden, Einrichtungsleitern, Kassen, Verbänden einen intensiven Dialog zur Pflege in Brandenburg geführt. Am Dienstagabend diskutierten die Beteiligten beim Pflegekongress der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg über die notwendigen politischen Weichenstellungen.

Prof. Dr. Michael Schierack, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, betont: „Angesichts des steigenden Bedarfs brauchen wir neben den nötigen Finanzmitteln vor allem auch ausreichend Personal für die Pflege – engagierte Leute, die das Herz auf dem richtigen Fleck haben. Allen, die sich schon heute dafür und für gute Rahmenbedingungen einsetzen, gebührt unser Dank. Der Pflegeberuf muss aber attraktiver werden, dazu gehört zum Beispiel die Verbesserung des Pflegeschlüssels in Brandenburg. Wie viele Pflegebedürftige von einem Pfleger in Brandenburg versorgt werden, sollte an den Durchschnitt der neuen Bundesländer angepasst werden.“
Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, sagt im Hinblick auf den Pflegeberuf: „Wir brauchen die richtigen Rahmenbedingungen: Dazu müssen wir die Arbeitssituation verbessern und die Ausbildung im Sinne der Generalistik reformieren. Vor allem aber brauchen wir angemessene Löhne. Wer mit einem Staatsexamen Menschen pflegt, der muss mindestens soviel verdienen wie ein guter Handwerker. Nur dann werden wir auch in Zukunft genügend Menschen finden, die diesen Beruf ausüben wollen.“
 
Roswitha Schier, stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion, betonte in ihrem Impulsvortrag zur Pflegetour der CDU-Fraktion durch Brandenburg: „Es ist nicht hinnehmbar, dass Brandenburg die schlechtesten Rahmenbedingungen für die Pflege in den neuen Bundesländern aufweist. Durch die stärkere Arbeitsbelastung ist die Abwanderung der Pflegekräfte vorprogrammiert. Zudem muss die Ausbildung des Pflegepersonals gesichert sein. Die Ausbildung darf nicht an einzelnen Einrichtungen hängen bleiben, sondern sollte über eine Umlage durch alle Einrichtungen finanziert werden.“ 
 
Hintergrund:
Die CDU-Landtagsfraktion hat im Nachgang zu ihrer Pflegetour den Antrag „Pflege als Zukunftsthema in unserer Verantwortung“ erarbeitet, der Ende Juni 2014 im Landtag behandelt wird. Die Landesregierung wird darin aufgefordert, die Pflegekennzahlen entsprechend dem ostdeutschen Durchschnitt zu verbessern und durch eine umlagefinanzierte Ausbildung den künftigem Personalbedarf zu sichern. Der Pflegeschlüssel in Brandenburg ist im Vergleich zu anderen Bundesländern am schlechtesten. Auf einen Pfleger kommen in Brandenburg 4,91 zu Pflegende in der Pflegestufe 1. In Mecklenburg-Vorpommern sind es 4,7 zu Pflegende; in Sachsen  4, 5.
Zum Antrag: http://www.parldok.brandenburg.de/parladoku/w5/drs/ab_9200/9231.pdf
 

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