20.07.2017

Chaos um Mathe-Abi

Gordon Hoffmann: Minister Baaske muss seine Behauptungen jetzt belegen

Am Mittwoch hatte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann, Akteneinsicht zum Kontrollvorgang der Aufgaben des diesjährigen Matheabiturs genommen. Dabei musste Hoffmann feststellen, dass für die erste Kontrollrunde die wesentlichen Prüfprotokolle gänzlich fehlten. Aus den Protokollen zur zweiten von insgesamt drei Kontrollrunden ging hervor, dass alle Prüfer die sogenannte Eisbecher-Aufgabe als ungeeignet für die Abiturprüfung abgelehnt hatten.

Der CDU-Abgeordnete wandte sich mit dieser Erkenntnis an die Medien. Am Abend reagierte der Bildungsminister mit einer Presseerklärung, in der er Gordon Hoffmann unterstellte, überprüfbare Fakten „falsch behauptet“ und „wissentlich die Unwahrheit“ gesagt zu haben. Gordon Hoffmann stellt dazu fest: 
 
„Ich habe am 19.07.2017 in Anwesenheit von Herrn Albustin, Frau Trepte und Frau Adam vom LISUM und Frau Nix vom MBJS Einsicht in die Unterlagen zum diesjährigen schriftlichen Matheabitur genommen. 
 
Das Augenmerk lag dabei auf der Entwicklung der Prüfungsaufgabe 2.1 (Eisbecher). Dabei muss zwischen den Prüfungsaufgaben „mit CAS“ und „ohne CAS“ unterschieden werden. CAS steht für computergestütztes Algebrasystem (Taschenrechner). Die Probleme die zur Wiederholung der diesjährigen Matheprüfung führten, sind hauptsächlich bei den Prüfungen „ohne CAS“ aufgetreten. 
 
Die mir vorgelegte Akte enthielt zur ersten Kontrollstufe lediglich die Prüfprotokolle zu den Aufgaben „mit CAS“. Auf meine Frage nach den Prüfprotokollen zu den Aufgaben „ohne CAS“ versuchten Frau Trepte und Herr Albustin diese Protokolle im Haus ausfindig zu machen. Dieses ist ihnen nicht gelungen. Frau Adam führte dazu aus, dass es für die kontrollierenden Lehrer keine Reserve gebe. Sofern sich Lehrkräfte am Tag der Prüfung krank melden würden, könne nicht für Ersatz gesorgt werden und somit würde die Kontrollrunde entfallen. Es könne auch passieren, dass die kontrollierenden Kollegen früher abreisen müssten und dann eine oder mehrere Aufgaben nicht geschafft würden. Das könne, so Frau Adam, hier beispielsweise der Fall gewesen und somit ursächlich für das Fehlen der Protokolle sein. 
 
Fakt ist, dass für die erste Kontrollstufe keinerlei Protokolle zur Aufgabe „Eisbecher“ für die Variante „ohne CAS“ vorlagen und diese auch nach intensiver Suche nicht vorgelegt wurden. 
 
Ich weise daher die Unterstellungen des Ministers entschieden zurück. Stattdessen fordere ich den Bildungsminister auf, seine Behauptungen zu belegen und die betreffenden Protokolle öffentlich zu machen. Entweder fehlt dem Minister die Kenntnis über die Aktenlage oder mir wurden bei meiner Akteneinsicht Dokumente vorenthalten. Beides wäre schlecht, letzteres aber zusätzlich ein klarer Verstoß gegen die Verfassung des Landes Brandenburg. Ich erwarte daher eine unverzügliche Reaktion von Minister Baaske.“

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